Förderung durch „Grün macht Schule – KinderGARTEN

Das Abgeordnetenhaus von Berlin stellte mit der Verabschiedung des Haushalts 2012 Mittel für Maßnahmen zur naturnahen Gestaltung von Kindergartenfreiflächen zur Verfügung. Aus dem Programm „Grün macht Schule – KinderGARTEN“ können Berliner Kitas Mittel für die Umgestaltung der Freiflächen in Eigeninitiative beantragen.

Gefördert werden insbesondere Maßnahmen und Projekte

  • die konkrete Bedürfnislagen der Kita-Kinder berücksichtigen sowie ein hohes Maß an Akzeptanz und Identifikation mit dem Projekt erwarten lassen
  • die als Bestandteil sozialen Lernens zu verstehen sind und Eigenständigkeit, Phantasie und Selbstorganisation anregen
  • mit kommunikativem Charakter, die das Zusammenwirken von Erziehern, Kindern und Eltern befördern
  • die Anregungen von Arbeitsgemeinschaften und anderer Initiativen aufgreifen und bereichern können
  • die gemeinsam mit Erziehern, Eltern und Kindern durchgeführt werden.

Kita-Freiflächen sind oft die letzten Reservate, in denen Vorschulkinder ungestört spielen können. Da sich auch in Berlin die Freiflächen an Kitas oft als ungegliederte, weite, versiegelte Flächen darstellen, ohne sinnliche Anregung und ohne Spielwert, soll mit dem Schwerpunkt „Naturnahes Spielen“ den Bedürfnissen der Kinder stärker Rechnung getragen werden. Gerade in Programm kommt es auf die Beteiligung der potentiellen Nutzer bei Ideenfindung, Planung und Umsetzung an. Mit der Gestaltung einer Kita-Freifläche muss eine naturnahe Gestaltung verbunden sein muss.

Schon 1993 hieß es in einem Rundschreiben der Senatsverwaltung für Schule, Berufsbildung und Sport: „Es kann nicht allein darum gehen, fertig gebaute Spielgeräte aufzustellen, sondern eine räumlich erlebbare Untergliederung der Freifläche in verschiedene Bereiche, um natürliche raumgliedernde Elemente wie Hügel, Wälle, Mulden usw., um bespielbare Biotope wie Hecken, Labyrinthe, Gebüsche, um elementare Spielmaterialien wie Holz, Steine und Wasser, um Spielgeräte, die sich in dieses Bedingungsgefüge einpassen und Teil von ihm sind." en

Projektsstandorte sollen durch ein Defizit an naturnahem Spielraum in der Umgebung der Kita ausgewiesen sein. Die Kita-Freiflächen sollen die Bedingungen der Elternpartizipation erfüllen und vonseiten von „Grün macht Schule – KinderGARTEN“ als geeignet befürwortet werden. Die Kita sollte bereits Vorstellungen entwickelt haben zur Umgestaltung der Schulfreiflächen unter Beteiligung der ErzieherInnen und möglichst auch der Eltern, der Nachbarschaft oder sonstiger Initiativen, so dass mit einem hohen Maß an Akzeptanz und Identifikation mit dem Projekt zu erwarten ist.

Die Mittel werden der Kita vorrangig für Material zur Verfügung gestellt. Soweit nötig, werden sie für die planerische und anleitende Betreuung der Kita bei der Konzeption als Honorare für Planer, Gestalter und Künstler bereitgestellt. Notwendige Baumaßnahmen werden - soweit sie nicht vom Kita-Träger übernommen werden – von Fachfirmen ausgeführt, begleitet oder angeleitet.

Die Einbeziehung der Kinder, Eltern und Erzieher in die Planungsphase ist eine wesentliche Bedingung für die erfolgreiche Realisierung des Spielraumkonzeptes. In der Planungsgruppe sollten vertreten sein die Kindern der Kita, Kita-Leitung, Erzieherinnen und Erzieher, Eltern, der Träger, der Hausmeister, Initiativen der näheren Umgebung, das Quartiersmanagement, Landschafts- oder Spielraumplaner sowie „Grün macht Schule“.

Grundsätzlich stehen die Planungstreffen allen Interessierten offen. Sie werden durch gewählte Vertreterinnen einberufen und organisiert. Aufgabe der Planungsgruppe ist die Erarbeitung eines naturnahen Spielraumkonzeptes für die Kita-Freifläche unter Einhaltung der folgenden Kriterien:

  • Aufstellung eines Ideenkonzeptes
  • Nutzung der Planungsphase zu Fortbildung und Orientierung der Beteiligten inklusiv der Erzieher und Eltern
  • Erarbeitung eines Stufenkonzeptes zur schrittweisen Umgestaltung der Freifläche mit der Möglichkeit, während des Planungs- und Bauverfahren sinnvolle Veränderungen vornehmen zu können
  • Festlegung eines möglichst hohen Anteils an Eigentätigkeit der Eltern und ErzieherInnen bei der Umgestaltung
  • Einsatz umwelt- und gesundheitsverträglicher Technologien und Materialien und Nutzung von Recyclingmaterial
  • Erarbeitung eines Pflegekonzeptes
  • Erarbeitung eines Konzeptes zur Einbeziehung der Nachbarschaft, der Eltern, Ämter, Initiativen und potentieller Sponsoren.

Die Planungsphase ist nicht zeitlich begrenzt. Selbst bei konzentrierter und zielgerichteter Planung ist aufgrund der Beteiligung aller ein Zeitraum von mindestens einem halben Jahr sinnvoll. Das Spielraumkonzept ist auf Veränderbarkeit auch nach Abschluss der Bautätigkeit ausgelegt, um späteren Nutzern die Möglichkeit eigener Gestaltungskonzepte zu ermöglichen. Die Entscheidung über das von der Planungskommission erarbeitete Spielraumkonzept trifft die Kita gemeinsam mit dem Träger und den Eltern. Die Realisierung der einzelnen Bauabschnitte richtet sich nach den Bedürfnissen der jeweiligen Kita und ermöglicht die Einbeziehung der Kinder, Eltern und Erzieher in die praktische Umsetzung.

Zur langfristigen Einbindung des Projektes in den Kita-Alltag und zur späteren Finanzierung kleinerer Folgeprojekte bietet sich die Gründung eines Fördervereins an.

Fortbildung

Um eine naturnahe Spielraumgestaltung zu ermöglichen, ist ein umfangreiches Fortbildungkonzept erforderlich. Im Rahmen der Fortbildungsveranstaltungen von „Grün macht Schule – KinderGARTEN“ nehmen Erzieher und Erzieherinnen an einem Studientag und einschlägigen Fortbildungsveranstaltungen teil. Projekttage werden kita-intern mit geeigneten Referenten für das Kita-Team und die Planungsgruppe organisiert.